Ortsverein Nottuln e.V.
Technik und Sicherheit
Einsatzeinheit Nord (EE I)

August 2006 500 DRK-Helfer im Einsatz


500 DRK-Helfer im Einsatz

Landeswettbewerb mit Ortsvereinen aus ganz NRW / Nottulner belegen Platz 15

Von Dieter Klein Nottuln.

Im Ortskern dominierten am Samstag die Farben rot und weiß. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) führte seinen Landeswettbewerb durch. Bürgermeister Peter Amadeus Schneider, selbst Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, strahlte mit der Sonne um die Wette. Denn besser hätte es gar nicht kommen können. Eh schon motiviert, unterstützte das historisch-festliche Ambiente die rund 500 DRK-Helfer mit Dutzenden von Einsatz-Fahrzeugen, einem Heer von Zelten, die den gesamten Ortskern belegten, plus den Einsatz-Zentralen, Küchen, Schlafräumen und Party-Zonen auf dem Gelände des Gymnasiums bis hin zur Martinus-Grundschule. In der Gesamtverantwortung von Gerd Tretner.
Alles zusammen bot ein Bild einzigartiger Logistik. Denn obwohl nicht einmal die Stiftsstraße im historischen Ortskern gesperrt war, kam es zu keiner Zeit zu größeren Störungen. Weder für Spaziergänger, Käufer, Neugierige, noch für die Dienstwagen der Ehrengäste. Die trafen sich zum offiziellen Empfang in der Alten Amtmannei. So viele, dass allein schon die Verlesung der Namen und Begrüßung ihrer Träger im Festvortrag des Präsidenten des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven, eine lange Zeit einnahm. An der Spitze der Präsident des Deutschen Roten Kreuz, Dr. Rudolf Seiters, dann Landrat Konrad Püning, MdB Dr. Angelika Schwall Düren (SPD), Vertreter des Landtages, des Kreistages, der Ratsfraktionen, der Kirche, der DRK-Landesspitze Westfalen-Lippe, der Landesbeauftragte Katastrophenschutz beim bayerischen DRK, der Gesandte des Roten Kreuz in Burkina Faso, der Vorstand des gastgebenden Kreisverbandes Coesfeld sowie die Bürgermeister aller umliegenden Gemeinden.
Landrat Konrad Püning, DRK-Kreisverbands-Vorsitzende Renate Haltern und Bürgermeister Schneider fanden in ihren kurzen Ansprachen lobende Worte für die hoch motivierten DRK-Aktiven. Derweil bellten unter den Fenstern der Alten Amtmannei die Vierbeiner aller Rassen der aus Dülmen angereisten DRK-Hundestaffel, während nebenan in Großzelten die ersten Teilnehmerteams in ihren dicken Schutzjacken über Prüfungsfragen schwitzten.
Blutspender bestaunten den neuen, riesigen DRK-Bus, wo demnächst mit neuer Technik die Spendetermine stattfinden. Die Besucher staunten aber noch mehr über die Gourmet-Angebote auf dem ausgehängten Speiseplan. Andere erfreuten sich im Rot-Kreuz-Café über das tolle Angebot. Für die Aktiven gab es 500 Plastikbeutel mit Obst, Frikadellen, Brötchen und Limo. Was aber nichts an der präzisen Bewältigung der gestellten Prüfungen änderte. Denn alle 19 Gruppen kamen gut über die Hürden. Die Nottulner Teilnehmer Sabrina Urban, Christoph Homann, Silvia Dikaute, Arne Schürmann und Laura Driehaus fanden sich nach der Endabrechnung auf Platz 15 wieder. Das Team aus Havixbeck landete weit vorne, wurde aber wegen seines Vorjahreserfolges nicht gewertet. Die Rotkreuzler aus Warendorf nahmen den Siegerpokal mit nach Hause.

Guter Nachwuchs aus der Region
DRK-Präsident Rudolf Seiters dankt Helfern

-dk- Nottuln. Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuz (DRK), freute sich nicht nur über das schöne, historische Ambiente Nottulns. Hier, so bin ich mir sicher, werden die vielen Aktiven des Landeswettbewerbs mit großer Begeisterung an ihre Aufgaben herangehen. Mein Dank gilt auch ihnen, Herr Dr. Twenhöven, dem Präsidenten dieses starken Verbandes, wo so guter Nachwuchs herangebildet wird.
Seiters ging auch gleich die eigentliche Problematik an: Jeder weiß um die veränderte Altersstruktur in Deutschland, um die zunehmende Zahl von Pflegefällen, um die geforderte Zahl von Pflegekräften. Dabei sind in Deutschland bereits 4,5 Millionen Menschen im DRK. Davon 400000 als ehrenamtliche Mitglieder und damit der zweitgrößte humanitäre Verband weltweit. Nahezu 80 Prozent aller eingesetzten Blutkonserven stammten aus DRK-Beständen. Jährlich seien rund 3,5 Millionen Blutspender im Lande aktiv. Dazu ließen sich pro Jahr 1,3 Millionen Menschen in Erster Hilfe ausbilden. 55 Prozent aller Hilfseinsätze im Rettungsdienst kämen aus eigenen Reihen. Zudem sei ein hohes Spendenaufkommen zu verzeichnen. Mit 124 Millionen Euro unterstützte das DRK beispielsweise die Tsunami-Opfer. Der DRK-Präsident bedauerte, dass die Öffentlichkeit ihre Spendenbereitschaft auf Katastrophen-Opfer beschränke. Wir appellieren für die Opfer des Krieges im Nahen Osten zu spenden.

Westfälische Nachrichten, 21. August 2006