Ortsverein Nottuln e.V.
Technik und Sicherheit
Einsatzeinheit Nord (EE I)

August 2005 Blutspende


DRK-Blutspendetermin in Schapdetten

Ich fühle mich großartig Doris Graf zum ersten Mal beim DRK-Blutspendetermin in Schapdetten

-dk- Schapdetten. Es ist später Abend, als William Sauer in seinen blutroten Mercedes steigt und von Schapdetten heim fährt. Der Rotkreuzleiter der DRK-Ortsgruppe Nottuln ist sehr zufrieden: "Wir hatten heute 73 Blutspender in Schapdetten, vier sogar zum ersten Mal." Eine der Erstspender ist Doris Graf. Der Arzthelferin sieht man die innere Zufriedenheit an, obwohl man ihr gerade einen halben Liter Blut abgezapft hat. "Ich fühle mich großartig. Endlich konnte ich das tun, was ich schon längst tun wollte, mein Blut zur Rettung anderer geben." Nach einem kurzen Augenblick der Besinnung, wobei ihr die Erinnerung scheinbar schmerzhaft ins Bewusstsein rückt, erzählt sie leise weiter: "Ich war in einen sehr schweren Unfall verwickelt. Und wenn ich da kein Spenderblut bekommen hätte..."
Mit dem umfangreichen, sorgfältig ausgefüllten Fragebogen steigt sie in den Spezialbus des DRK-Blutspendedienstes, der wie immer im Schatten der St.-Bonifatius-Kirche parkt. Noch einmal geht sie mit einem Arzt die einzelnen Punkte durch. Fragen nach früheren Krankheiten, Allergien oder nach einer Schwangerschaft. Sie lächelt. Kein Hindernis ist für sie erkennbar. Der erste Pieks in den Finger gilt der Hämoglobin-Schnellbestimmung. 12,5 ist bei Frauen normal. Doris Graf ist normal, auch mit den Blutdruckwerten. Fieber hat sie ebenfalls nicht. Ran an die Zapfstelle.
Minuten später sieht sie ihr Blut durch den Plastikschlauch in den Spezialbeutel rinnen. Wieder kommt die Erinnerung...
Jedes Mal, wenn ein neuer Spender den Bus besteigt, schwappt durch die Tür der Duft von frischem Kaffee. Doris Graf muss aber, wie alle anderen Spender auch, noch weitere zehn Minuten ausruhen, bevor sie zu dem Tisch mit den frisch belegten Wurstbrötchen darf. Wie bei fast allen Blutspendeterminen in Schapdetten haben Agnes Wilmsen und Anneliese Aldenborg in der Küche des Pfarrheims Berge von Brötchen, Butter und Wurst verarbeitet. Wir haben für etwa 60 Spender eingekauft. Was zu viel ist, müssen wir halt selbst essen, schmunzeln sie. Ein Problem, dass sich an diesem Abend aber nicht stellt.
"Wir kommen immer gerne nach Schapdetten," resümiert einer der DRK-Mitarbeiter beim Abbau des medizinischen Equipments später. "Hier leben viele Menschen mit Herz für andere."

Westfälische Nachrichten, 12. August 2005