Ortsverein Nottuln e.V.
Technik und Sicherheit
Einsatzeinheit Nord (EE I)

Januar 2011 Blutspende in Schappdetten


"Das ist eine Selbstverständlichkeit"

Als einer der ersten ließ sich Ernst Henke "anzapfen". Der Appelhülsener ist schon zum 110. Mal dabei. (Foto: Dieter Klein)

Schapdetten - Der neue, riesige weiße, 420 PS starke Sattelschlepper des Deutschen Roten Kreuzes, der kurz nach 16 Uhr zwischen Pfarrheim und Landhaus Schapdetten eingeparkt wird, fällt auf. Blutspendetermin in Schapdetten - gleich geht´s los. Und während Anneliese Aldenborg mit ihren Helferinnen in der Küche des Pfarrheims Kaffee aufbrüht und Berge von leckeren Brötchen belegt, warten die ersten Blutspender - darunter auch etliche Appelhülsener - bereits im Flur.

Hier werden sie von Maria Sklenak und Martin Küdde, den Blutspende-Beauftragten der DRK-Ortsgruppe Nottuln, freundlich begrüßt und, mit Fragebögen ausgestattet, zur DRK-Ärztin Christine Franz weitergereicht. Erst dann dürfen sie in den neuen Labor-Truck klettern, in dem Uwe Stickdorn, Desirée Kurosinski und Reinhard Große Sundrop mit Nadeln, Thermometern und Spende-Sets warten.

Als einer der ersten lässt sich Ernst Henke "anzapfen". Er kennt die Regularien. "Bin schon zum 110. Mal dabei", schmunzelt er entspannt auf der blauen Liege. "Blutspende muss sein. Erstens habe ich als Feuerwehrmann schon viele schwere Unfälle gesehen und erfahren, was es heißt, Schwerverletzte schnellstens mit Blutkonserven retten zu müssen. Zum anderen habe ich erst vor wenigen Monaten eine schwere Hüft-OP gehabt. Wie viel Blut da benötigt wird, glaubt man kaum. Also werde ich auch in Zukunft weiter spenden."

Der 19-jährige Daniel Schulze Detten ist am Mittwoch zum zweiten Mal dabei gewesen. (Foto: Dieter Klein)

Gegenüber liegt Daniel Schulze Detten. Der 19-jährige, angehende Wirtschafts-Abiturient ist erst zum zweiten Mal dabei. "Vieles ist mir noch neu. Nur nicht, dass es notwendig ist, Blut zu spenden. Das ist für einen gesunden Menschen ja wohl eine Selbstverständlichkeit. Weiß ich, ob ich nicht irgendwann mal selbst dringend fremdes Blut brauche?"

Später sitzen die beiden im Pfarrheim und genießen Wurstbrötchen, Kaffee und Cola. Für Henke, den Vielspender hat Martin Küdde einen Extra-Kugelschreiber mitgebracht. Daniel bekommt eine große Tafel Schokolade. "Im letzten Jahr habe ich als Neuspender sogar zwei Theaterkarten für die Billerbecker Freilichtbühne bekommen." Die gibt es für Erstspender auch diesmal wieder. Für die Stücke "Ich trug den Don Quijote" und "Jim Knopf und die wilde 13". Drei Erstspender sind am Mittwoch unter den insgesamt 51 Spendern.

"Wir haben Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs", sagt DRK-Ärztin Franz. "Die jungen Leute kommen einmal, zweimal, dann bleiben sie weg. Studieren irgendwo vielleicht? Haben Jobs außerhalb des Münsterlandes? Sind vielleicht gerade mit Fragen von Familiengründung befasst? Wer weiß? Vielleicht sind sie auch in acht bis in zehn Jahren wieder dabei."

Martin Küdde - mit 230 Blutspenden selbst Blutspende-Meister im Münsterland - erinnert sich: "Ganz früher, in den Anfängen des Blutspende-Dienstes in den 60er-Jahren, bekamen Blutspender sogar noch einen Cognac eingeschüttet. Natürlich immer erst hinterher. Das dürfen wir aus Sicherheitsgründen heute nicht mehr." Die nächsten Termine sind am kommenden Mittwoch (19. Januar) in der Daruper Grundschule und am 26. Januar (Mittwoch) im Gymnasium jeweils von 16.30 bis 20.30 Uhr.

VON DIETER KLEIN, NOTTULN

Westfälische Nachrichten, 15. Januar 2011