Ortsverein Nottuln e.V.
Technik und Sicherheit
Einsatzeinheit Nord (EE I)

November 2004 Denksport der Senioren


Ein kluger Kopf benötigt den Gedankenaustausch

DRK-Gedächtnistraining: "Kopfgymnastik" für die geistige Fitness

Eine Übung beim DRK-Gedächtnistraining: Zu den Bildern von Bundeskanzlern und -präsidenten sollen die Teilnehmer den Namen, das Amt und die Amtszeit schreiben. Foto:WNNottuln. Jeden ersten Mittwochmorgen im Monat um 9 Uhr sind etwa 15 Frauen und zwei Männer im DRK-Heim am Hallenbad. Sie warten beim Gedächtnistraining, das vom Ortsverein Nottuln des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) angeboten wird, schon voller Ungeduld auf die erste Aufgabe, die ihnen Seminarleiterin Irmgard Averwald gleich vorlegen wird. Nach einer Auflockerung werden den Senioren im Alter von 50 bis 80 Jahren zuerst Bilder deutscher Kanzler und Präsidenten vorgelegt. Sie sollen die Namen, das Amt und die ungefähre Amtszeit angeben. Verflixt, den kenne ich doch, wie heißt er noch mal? Der Name liegt mir auf der Zunge! Ähnliche Situationen kennt wohl jeder.
Im Alter bleiben die Gedächtnisfunktionen, wie Probleme gelöst werden können, nahezu erhalten. Was nachlässt, ist die Geschwindigkeit, die Informationen zu verarbeiten, oder auch die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu verfolgen. Doch diese Prozesse lassen sich hinauszögern, wenn man etwas dagegen tut, meint Irmgard Averwald. Kopfgymnastik pusht die geistige Fitness. Das Gehirn benötigt Trainingsreize, die über das vom Alltag Gewohnte hinausgehen. Nicht immer in gewohnten Bahnen denken, sondern auch mal neue Wege einschlagen. Bei der nächsten Aufgabe des Gedächtnistrainings ist jedes Wort von hinten nach vorne geschrieben. Die Geschichte muss jetzt vorgelesen werden. Es ist ungewohnt. Man hört viele Stimmen, wie jeder Buchstabe aneinander gereiht wird, wie in der ersten Klasse bei den I-Dötzchen. Doch Hektik und Nervosität kommen nicht auf. Auch wenn diese Aufgabe eine echte Herausforderung darstellt, so bleiben doch alle gelassen. Wir nehmen ja nicht alles so ernst hier, sondern mehr spielerisch, meint eine schon betagte Teilnehmerin mit einem Augenzwinkern. Zwischen den Übungen wird auch immer wieder Zeit eingeräumt, ein kleines Schwätzchen zu halten, denn ein kluger Kopf benötigt den Gedankenaustausch. Auch Gespräche und Diskussionen erhöhen die geistige Fitness, so Irmgard Averwald.
Die Teilnehmer sind mit Spaß und ohne Leistungsdruck bei der Sache. Sie empfinden die Aufgaben als interessant und lebensnah. Immer wieder werden uns neue Übungen präsentiert, loben sie ihre Seminarleiterin, die in der DRK-Landesschule in Münster auf diese Aufgabe vorbereitet wurde.
Die Stunde vergeht wie im Flug. Konzentrations-, Reaktions- und Fantasieübungen sorgen im Wechsel für Kurzweil. Jetzt freuen sich alle schon auf das nächste Training. Eine Pause leisten sie sich nicht. Sonst werde ich ganz schnell wieder vergesslicher, meint eine Teilnehmerin gut gelaunt.
Die Übungsstunden bei Irmgard Averwald stehen unter dem Motto Wer den Kopf trainiert, sollte seinen Körper nicht vergessen. Deshalb wird in den anderen Wochen mittwochs zwischen 9 und 10 Uhr Gymnastik gemacht. Wer Interesse hat, in dieser Gruppe mitzumachen, wende sich an Irmgard Averwald, 02502/224908.

Westfälische Nachrichten, 11. November 2004